THE WORLD IS A BOOK AND THOSE WHO DO NOT TRAVEL READ ONLY A PAGE.

Rund 3.5 Jahre waren wir unterwegs. Unser Abenteuer begann am 05.06.07 und brachte uns die folgenden 8 Monate quer durch Asien - von Japan bis nach Thailand. Danach blieben wir in Vietnam stecken und haben in Saigon für schweizer Unternehmen gearbeitet. Es war eine ganz spezielle und spannende Erfahrung mit positiven, auch negativen und ganz vielen lustigen Erlebnissen! Nach 2 Jahren in Vietnam beschlossen wir jedoch wieder in unsere schöne Heimat zurückzukehren: eine Heimreise mit ganz vielen Umwegen führte uns nach 11 Monaten zurück in die Schweiz!

"A journey of a thousand miles must begin with a single step." (Lao Tzu)

August 26, 2007

Mit viel Geduld durch China

China ist enorm gross: mehr als 230mal groesser als die Schweiz, ueber 17mal die Strecke St. Gallen - Genf, 4. groesstes Land der Welt, genug gross um mehrere Zeitzonen zu haben, hat jedoch nur eine! Wir muessen aufpassen, dass wir uns nicht verlieren! Die schoenen, chinesischen Fleckchen sind in China ziemlich verstreut. Rund ein Sechstel der Weltbevoelkerung lebt uebrigens in China!!
Unsere Rekordzugfahrt betraegt ueber 20 Stunden (Shanghai - Xian), dieses mal haben wir uns jedoch einen Soft Sleeper gegoennt (unsere Erlebnisse auf 90-Grad-Hartsitz waehrend der Nacht und Stehtickets haben uns genuegt...)
Habt ihr gewusst, dass die Terrakotta Armee von Xian per Zufall bei Bauarbeiten erst 1974 entdeckt wurden? Sie entdecken laufend neue archaelogische Staetten in dieser Gegend.
Anscheinend bedeutet das Zeichen fuer das Rote Kreuz in Asien genau das Gegenteil: rotes Kreuz steht fuer Leben - weisses Kreuz steht fuer Krankheit und Tod. Daher haben es bereits die Japaner, Koreaner und nun auch die Chinesen gleich umgekehrt abgebildet: Man kann ueberall unsere Schweizer Flagge bei Apotheken und Krankenhaeuser sehen, weshalb wir natuerlich anfangs ziemlich verwirrt waren!

Beijing Duck und 'strammi Wädli'

In Beijing dreht sich momentan alles um die Olympiade 2008. Es werden diverse Massnahmen getroffen, um die chinesische Haupstadt schoener und besser zu praesentieren:
> Falls ein Chinese in Beijing auf den Boden spuckt, erhaelt er neu eine Busse von umgerechnet ca. CHF 8.00 (Wir vermuten, dass die Regierung ein Vermoegen mit den ewig spuckenden Chinesen macht. Bis jetzt haben wir jedoch von dieser Sanktion noch nichts bemerkt! Unsere Sohlen sind bereits klebrig...)

> Wenn der Himmel waehrend der Olympiade bewoelkt ist, schiessen die Chinesen eine Rakete in den Himmel, damit sich die Wolken regelrecht in Nichts aufloesen!
> Da die Chinesen am Billetschalter nicht anstehen koennen, muss dies einmal pro Monat geuebt werden: Jeden 11. Tag eines neuen Monats wird unter Aufsicht korrekt Schlange gestanden!
Waehrend einer 10km langen Wanderung haben wir einen Teil auf der Grossen Mauer abgelaufen und so die wahnsinns Dimensionen etwas besser gespuert. Man kann sich kaum vorstellen, dass sich die Mauer ueber 6000km erstreckt! Wir spuerten danach unsere strapazierten Waedli noch fuer einige Tage. Als Belohnung fuer diesen anstrengenden Tag goennten wir uns eine Peking Ente. Man muss sich das Gericht jedoch ganz anders vorstellen, als man es sich in Europa gewoehnt ist: Die ganze Ente wurde vor uns in Stuecke geschnitten, einige Scheiben werden zusammen mit Gurken, Zwiebeln und einer salzigen Sauce in eine kleine Omelette gewickelt und von Hand gegessen. Total lecker!

Natuerlich haben auch wir die verschiedenen Sehenswuerdigkeiten abgeklappert. Die enormen Menschenmassen haben uns jedoch bald wieder aus der Hauptstadt vertrieben. Selbst die Echomauer konnten wir bei diesem Menschenauflauf selbstverstaendlich nicht testen...

Grasland, Schafe und mehr...

Die Inner Mongolei bietet Schafe, Pferde, Kuehe und Grasland soweit das Auge reicht - zwischendurch wieder eine Jurte, in welcher auch wir uebernachtet haben. Aber auch in dieser abgelegenen Region merkt man, dass die Menschen mit der Zeit gehen: die Herde wird mit dem Motorrad zusammen getrieben, die meisten tragen ziemlich moderne Kleider und die Kinder leben in der naechst groesseren Stadt, damit sie zur Schule gehen koennen. Trotzdem spucken sie dauernd im Schlafzimmer und in der Kueche, platzieren ihre Jurten alle 3-4 Monate um und zuenden abends Kerzen an, da sie ja keinen Strom haben. Das WC war lediglich ein ausgebuddeltes Loch. Trotzdem war es viel angenehmer als manch andere oeffentliche Toiletten in China! Am naechsten Morgen haben sie doch tatsaechlich eines ihrer 300 Schafe geschlachtet. Aber nein, nicht mit einem Schnitt durch die Kehle! Sie machten einen kleinen Schnitt in die Brust und rissen bei lebendigem Leibe das Herz heraus! Tja, anderes Land - andere Sitten...

WEI SHI SHI und AN DI im Nordosten Chinas

May we introduce us:
WEI SHI SHI alias Cecile, was soviel bedeutet wie Wei = Wicki und Shi Shi = Hoffnung Hoffnung (in Ableitung von Cecile) und AN DI alias Andy womit folgendes gemeint ist: An = pur/rein und Di = Sicherheit. Die Studenten in Haerbin gaben uns diese chinesische Namen. Die Chinesen selber erhalten jeweils ihre englischen Namen meistens von deren Englischlehrern.
Im Nordosten - ehemals Manchuria - sind viele Russen sowie auch schoene russische Bauten zu sehen. In Haerbin haben wir unter anderem ein interessantes Museum besucht: Unit 731. Habt ihr gewusst, dass die Japaner waehrend dem Zweiten Weltkrieg grausame Experimente an den Chinesen und Strafgefangenen durchfuehrten? Sie testeten beispielsweise verscheidene Infusionen aus (Pferdeblut, Urin, Luft...), fuehrten bei lebendigem Leibe Amputationen durch, haben Personen in der eisigen Winterzeit im Freien mit Wasser begossen (der Nordosten ist die kaelteste Region Chinas, es wird bis zu -40C kalt), hielten Leute in einem Container gefangen, aus welchem sie die Luft absogen, bis die Menschen explodierten, verbreiteten verschiedene Plagen, etc.
Kein Wunder, dass die Chinesen die Japaner nicht moegen, was wir uebrigens immer wieder mitbekommen.

August 24, 2007

Ni Hao aus China!

...oder einfach *Spuck*, *Choder* und *Speutz*!

Seit bereits ueber einem Monat bereisen wir das abwechslungsreiche China.
Vieles ist anders hier! Selbst mit Zeichensprache konnten wir die Zahlen anfangs nicht deuten. So zeigen die Chinesen nicht sechs Finger fuer die Zahl 'Sechs', sondern machen das Surfer-Hang-Loose-Zeichen. Fuer die Zahl 'Neun' machen Sie die Faust und halten einen gekruemten Zeigefinger in die Hoehe.
Pampers werden hier fast keine benutzt. Die Babys und Kleinkinder tragen Hosen mit Schlitz und machen ihr Geschaeft an Ort und Stelle - egal ob im Zug, Bus oder auf der Strasse!
Mit dem Zugfahren koennen wir uns bis heute nicht anfreunden: Wahnsinns viele Menschen stehen vor den Ticketschaltern Schlange, man steht ohne Problem bis zu zwei Stunden an (vor allem wenn der Schalter ploetzlich vor einem schliesst) und bis zu zwei Stunden vor Abfahrt draengeln und stossen die Chinesen Richtung Eingang, obwohl jeder einen nummerierten Sitzplatz hat. Ein erstes und letztes mal haben wir einen Nachtzug mit 90-Grad-Winkel Hartsitz benutzt und ein Stehticket fuer drei Stunden war fuer uns das Maximum!
Verkehrssignale werden eher als Hinweisschild verstanden. Egal ob Rotlicht oder Einbahnstrasse, gefahren wird wie ein Henker.
Gespuckt wird selbst im Internetcafe, Zug oder Bus - einfach ueberall.
Arbeitsbeschaffung ist hier gross geschrieben: Waehrend in einer Apotheke ein Kaeufer ist, hat es ungefaehr 10 Angestellte.
China scheint noch immer ziemlich kommunistisch zu sein: Satellitenschuesseln sind verboten, Internetfilter sind ueberaus aktiv (viele Seiten sind blockiert, unter anderem Blogspot, BBC News, Informationen ueber die Studentendemonstration von 1989, Tibetinformationen, etc.).
Mandarin scheint eine ziemlich komplizierte Sprache zu sein: Es gibt ueber 56'000 verschiedene Zeichen. Ein gut ausgebildeter Chinese gebraucht zwischen 6000 bis 8000 Charakteren. Um eine chinesische Zeitung lesen zu koennen, muss man 'nur' 2000 bis 3000 Zeichen kennen.